FISnet - ein Modellprojekt in der Region Augsburg / Schwaben

Die Gesundheits-/ Dienstleitungsregion

Der Regierungsbezirk Schwaben (‘Bayerisch Schwaben‘) umfasst knapp 10 Tsd. km² und hat 1,79 Mio. Einwohner (Ende 2011). Die größte Stadt ist Augsburg mit 267 Tsd. Einwohnern. Als besondere Merkmale von Augsburg und der Region ‘Bayerisch Schwaben‘ können folgende Punkte benannt werden:

Die neueste regionale Bevölkerungsvorausberechnung vom November 2012 sagt für Schwaben insgesamt eine stabile Bevölkerungsentwicklung bis 2031 voraus (-0,9 %; Stadt Augsburg +1,8 %), die aber zwischen den 14 Stadt- und Landkreisen teilweise erhebliche Unterschiede aufweist.

Die Zahl der Einwohner im höheren Erwerbsalter wird laut Statistischem Landesamt bis 2025 in Schwaben besonders stark zunehmen – und zwar vor allem im nördlichen Teil der Region (+44,9 %), weniger im südlichen Teil (+8,6 %). Entsprechend steigt zeitversetzt auch die Bevölkerung ab 65 Jahre und älter.

Laut IAB-Betriebspanel liegt der Beschäftigtenanteil Älterer (hier definiert als ab 50-Jährige) mit 27 % beim Bundesdurchschnitt.

Der Anteil der Betriebe, die von Maßnahmen für Ältere berichten, an allen Betrieben die überhaupt über 50-Jährige beschäftigten, liegt in Schwaben mit 12 % weit unter dem Landes- bzw. Bundesdurchschnitt (20 bzw. 18 %).

Besonders selten wird dabei von einer Einbeziehung Älterer in Gesundheitsförderungsmaßnahmen berichtet. Hier wird allerdings immer stärker der entsprechende Bedarf gesehen und es gibt Bereitschaft, an Lösungen in Form präventiver Angebotsstrukturen zu arbeiten.

Die Arbeitslosenquote, die ALG-II-Quote und die Armutsrisikoquote (auch bei Älteren) sind noch niedriger als der bayerische Durchschnitt.

Allerdings sind die Zahlbeträge der neuen Versichertenrenten unterdurchschnittlich – mit deutlich sinkender Tendenz in den letzten Jahren (und besonders niedrigen Werten in der Stadt Augsburg) bei sehr starker Streuung vor allem bei Männern.

Durch die Kombination auch lokal heterogener Akteure wird in der Region Augsburg/Schwaben der Stadt-Land-Zusammenhang aufgegriffen.

Die Region vereint städtische mit stark ländlichen Strukturen und kann damit modellhaft die Herausforderungen aufgreifen, die das bayerische Kabinett mit dem ‘Aktionsplan demografischer Wandel‘ anvisiert.

Die ethnische Vielfalt inklusive damit einhergehender ungleicher Ressourcen- und Problemlagen, ist ein besonderes Merkmal der Region Augsburg/Schwaben. Dadurch lassen sich heterogene Lebenslagen insbesondere im Alter in den Blick nehmen.

Der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist in der Region mit 20,4 % (2012) leicht überdurchschnittlich. Dabei ist der Anteil von Deutschen mit Migrationshintergrund überproportional und derjenige von Ausländern leicht unterproportional. Das liegt insbesondere an einem hohen Anteil von Spätaussiedlern in der Stadt Augsburg, in der der gesamte Anteil der Personen mit Migrationshintergrund mit 41 % sogar etwas über den Werten von München und Nürnberg, aber z.B. auch von Stuttgart und Frankfurt liegt.

Auf der Ebene vorhandener Angebote von Gesundheitsdienstleistungen gibt es in der Region zentrale Akteure, die in diesem Bereich z.T. bereits gut vernetzt sind. Vieler dieser Netzwerke zeichnen sich durch eine Verbindung heterogener Akteure aus. Integriert sind bspw. wissenschaftliche Einrichtungen, Kliniken, städtische und kommunale Verwaltung, Verbände/Vereine sowie Unternehmen

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