FISnet ist unter den Gewinnern des BMBF-Wettbewerbs

FISnet gewann unter 78 Bewerbern als einziger bayerischer Teilnehmer den BMBF-Wettbewerb.

Entgegen der weitverbreiteten Defizitperspektive auf das Alter und mit Blick auf die zukünftigen Herausforderungen der ‚alternden Gesellschaft‘ wird das Verbundprojekt „Flexible and Individualized Service Networks“, FISnet, in Augsburg/Schwaben Konzepte für Menschen im Altersübergang entwickeln. Für diese Lebensphase rund um den Austritt aus dem aktiven Erwerbsleben und der daran anschließenden Zeit des sog. ‚Dritten Lebensalters‘ entstehen regionale präventive, niederschwellige Dienstleistungsnetzwerke mit einem Mix an innovativen Vernetzungsformen und neuen Angeboten. Sie sollen die vielfältigen individuellen Bedürfnisse und Bedarfe älterer Menschen flexibel, gebündelt und den jeweiligen Lebenssituationen angemessen adressieren.

Mit dieser Idee setzte sich das Verbundvorhaben im Rahmen des bundesweiten BMBF-Wettbewerbs „Gesundheits- und Dienstleistungsregionen von morgen“ soeben unter 78 Bewerbern als einziger bayerischer Teilnehmer durch und zählt nun zu den fünf ausgewählten Entwicklungsprojekten, die mit einer Förderung von jeweils ca. vier Millionen Euro auf vier Jahre in die Umsetzung gehen können. Der Wettbewerb zeichnete angesichts des demografischen Wandels besonders vielversprechende regionale Netzwerke aus, die präventive und soziale Konzepte für mehr Lebensqualität und Gesundheit entwickeln und erproben werden. Die Ergebnisse werden zukünftig als Modell für andere Regionen in Deutschland dienen.

„Wir wollen zeigen, dass Regionen auch in Zukunft sehr lebenswerte Bedingungen vor Ort schaffen und erhalten können. Es geht um gesellschaftliche Teilhabe in allen Phasen des Lebens. Gesundheitsversorgung, Mobilität und altersgerechte Dienstleistungen müssen dafür an veränderte gesellschaftliche Strukturen angepasst, vernetzt und neu konzipiert werden“, sagt dazu Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung.

Unter Federführung der Universität Augsburg und gemeinsam mit den Mitantragstellern, dem Institut für Sozialwissenschaftliche Forschung München (ISF), dem Internationalen Institut für Empirische Sozialökonomie (INIFES) sowie den Hochschulen für angewandte Wissenschaften Neu-Ulm und Kempten, werden in der Region in den kommenden vier Jahren die vorhandenen Bedarfe, Bedürfnisse sowie bestehende Angebote für präventive Gesundheitsdienstleistungen im Altersübergang zunächst wissenschaftlich untersucht, um dann gemeinsam mit der Praxis modellhaft kooperative Dienstleistungsnetzwerke aufzubauen und zu verstetigen.

Neben den Antragstellern aus der Wissenschaft beteiligen sich auch zahlreiche regionale Partner aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Medizin, Bildung und bürgerschaftliches Engagement, darunter manroland, Stadtsparkasse Augsburg, Landratsamt Augsburg, Klinikum Augsburg, VHS Augsburg, VHS Aichach-Friedberg, BBZ und weitere Umsetzungspartner.

„Mit unserer gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsarbeit“, so der Soziologe Prof. Dr. Werner Schneider, Universität Augsburg, der das Projekt als Verbundkoordinator leitet, „wollen wir die Region Augsburg/Schwaben zu einer ‚Gesundheits- und Dienstleistungsregion von morgen‘ machen, die den Herausforderungen des demografischen Wandels in einer individualisierten, pluralisierten Gesellschaft gewachsen ist.“

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